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Erbschaftsteuer - Landwirtschaft - Grundstück

Bewertung bei Verkauf eines land- und forstwirtschaftlichen Grundstücks

 

Die Erbschaft- und Schenkungsteuer begünstigt land- und forstwirtschaftliche Grundstücke noch immer deutlich. Die Bewertung eines solchen Grundstücks fällt erheblich unter dem Marktwert aus. Dieser Vorteil geht aber verloren, wenn das Grundstück innerhalb von 15 Jahren nach dem Erbfall bzw. der Schenkung verkauft wird.

 

Dann ist eigentlich der Liquidationswert anzusetzen. Auch dieser errechnete Wert kann aber über dem Verkaufspreis liegen.

 

Der Bundesfinanzhof hat nun (Urteil vom 30.1.2019, II R 9/16) entschieden, dass höchstens der Kaufpreis angesetzt werden darf, wenn dieser unter dem Liquidationswert liegt.

 

Beispiel:

 

Wert beim Erwerb (z. B. Erbfall zum 08.10.2015): 80.000 €

Marktwert am 08.10.2015: 90.000 €

Zum Zeitpunkt des Erwerbs wird das Grundstück mit 80.000 € in der Erbschaftsteuererklärung angesetzt.

 

 

Verkauf zum 23.04.2019 zum Wert von: 95.000 €

Liquidationswert zum 23.04.2019: 110.000 €

Die Erbschaftsteuer wird nach dem Verkauf geändert. Nun wird ein Wert des Grundstücks von 95.000 € angesetzt. Die Finanzverwaltung wollte früher hingegen immer den Liquidationswert (im Beispiel: 110.000 €) ansetzen. Dies hat der Bundesfinanzhof nun untersagt.