Scheidung - Verträge und sonstige steuerliche Folgen

Die allgemeinen Kosten einer Scheidung können beträchtlich sein. Die emotionale Situation und oft große wirtschaftliche Auswirkungen (Stichwort: Dauerzustand) lassen die Ex-Eheleute intensiv streiten. Anwälte werden in solch einer Situation nicht nach der gesetzlichen Gebührenordnung, dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, bezahlt, sondern nach Stundensätzen.

 

Die Frage der Abziehbarkeit dieser Kosten bei Einkommensteuer ist daher von besonderem Interesse. Jahrelang hatte der Bundesfinanzhof die Berücksichtigung als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG abgelehnt. Dann änderte sich die Rechtsprechung mehrfach, bis der Gesetzgeber durch § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG einen Riegel vorschob.

 

Aber es gibt Ausnahmen, z. B. für den nachehelichen Unterhalt.

 

Einzelaspekte

Nachehelicher Unterhalt / Realsplitting

Versteuert ein Ehegatte / Lebenspartner nach der Scheidung die Unterhaltszahlungen nach § 22 Nr. 1a EStG und muss er den Unterhalt einklagen, so kann er - nach einem Urteil des Finanzgerichts Münster - die Kosten für die Klage (Prozesskosten wie Gerichtskosten und Anwaltskosten) etc. als Werbungskosten bei der Einkommensteuer abziehen

 

Da nach einer Gesetzesänderung in § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG der Abzug von Prozesskosten als außergewöhnliche Belastungen ausgeschlossen ist, schafft die Entscheidung des FG Münster etwas Erleichterung.