TaxDESIGN - Newsticker / Blog


Eigengenutzte Immobilie: Verkauf innerhalb von Spekulationsfrist (10 Jahre) ist steuerfrei - trotz Vermietung

Großes Steuersparpotential

 

Veräußerungen von Immobilien im Privatvermögen sind nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG steuerpflichtig ("privates Veräußerungsgeschäft"), wenn sie weniger als 10 Jahre im Eigentum des Veräußerers sind. Hiervon gibt es jedoch dann eine Ausnahme, wenn die Immobilie "im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt" wurde. Dann ist die Veräußerung nicht steuerbar, also im Volksmund: nicht steuerpflichtig.

 

Auch eine Fremdvermietung verhindert nicht unbedingt, dass diese Ausnahme eingreift. Dies hat der Bundesfinanzhof kürzlich entschieden. Voraussetzung ist, dass die Immobilie im letzten Jahr vor der Veräußerung vollständig selbst genutzt wurde und außerdem am 31.12. des vorletzten Jahres sowie am 01.01. des Verkaufs-Jahres.

 

Gerade bei Eigentumswohnungen mit einer sehr "liquiden" Mieternachfrage bietet es sich an, bei einem Auszug im Januar oder Februar ohne weiteres zunächst zu vermieten und dann im Laufe des Jahres, spätestens aber bis Ende Dezember die Wohnung zu verkaufen. So kann die Wohnung (= das Kapital) maximal gewinnbringend eingesetzt werden.

 

Eine andere Möglichkeit ist es, eine zunächst fremdvermietete Immobilie für den Zeitraum von einem Kalenderjahr und zwei Tagen selbst zu nutzen, um sie sodann "steuerfrei" verkaufen zu können.

 


Corona: Steuerrechtliche Erste-Hilfe-Maßnahmen JETZT ergreifen

12. März 2020

 

  • Einkommensteuer / Körperschaftsteuer / Gewerbesteuer: 1. Vorauszahlungen reduzieren / einstellen; 2. ggf. Stundung beantragen.
  • Umsatzsteuer: ggf. Stundung beantragen.
  • Lohnsteuer: 1. auf Kurzarbeit umstellen und Lohnsteuer sparen; 2. ggf. Stundung beantragen.

 

Frühzeitig vorsorgen bedeutet im Falle des Falles vorbereitet sein.


Aufsichtsrat: Mitglieder doch keine umsatzsteuerlichen Unternehmer?

BFH folgt EuGH und ändert Rechtsprechung

06. März 2020

 

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat jüngst seine jahrzehntealte Rechtsprechung geändert: Danach ist das Mitglied eines Aufsichtsrates jedenfalls dann kein umsatzsteuerlicher Unternehmer mehr, wenn es "nur" eine Festvergütung erhält. Dies hatte zuvor der Europäische Gerichtshof (EuGH) für den Fall eines Aufsichtsratsmitglieds einer niederländischen Stiftung entschieden.

 

Für Aufsichtsräte, die eine variable Vergütung erhalten, könnte es bei den alten Regelungen bleiben. Sie hätten also den Vorteil, Vorsteuer geltend machen zu können.

 

Aufsichtsräte mit Festvergütung sollten sich daher beraten lassen, wie sie durch eine Änderung ihres Vergütungssystems weiter an der alten Regelung festhalten können.

 


Kommanditanteil: Schenkung unter Nießbrauchsvorbehalt zu 100 % steuerlich begünstigt

Bundesfinanzhof öffnet neue Spielräume in der Unternehmensnachfolge

06. März 2020

 

Der Bundesfinanzhof (BFH) schafft neue Spielräume für die Unternehmensnachfolge - die der BFH allerdings erst selbst im Jahre 2015 verbaut hatte.

 

Ein Kommanditanteil (z. B. an einer GmbH & Co. KG) kann danach beispielsweise steuerfrei vom Alt-Kommanditisten (z. B. Vater) auf einen Neu-Kommanditisten (z. B. Kind) übertragen werden. Dabei kann sich der Alt-Kommanditist weiterhin den Gewinnertrag vorbehalten (Nießbrauch).

 

Der Alt-Kommanditist darf sich sogar eine lebenslängliche Stimmrechtsvollmacht vom Neu-Kommanditisten geben lassen. Für den Fall, dass der Neu-Kommanditist die Vollmacht widerruft, darf der Alt-Kommanditist sogar die Schenkung in Gänze widerrufen, wenn er sich das bei der Schenkung vorbehalten hat. De facto ist der Neu-Kommanditist damit entmachtet und machtlos gestellt. Denn will der Neu-Kommanditist anders als der Alt-Kommanditist abstimmen oder die Stimmrechtsvollmacht beenden, so macht der Alt-Kommanditist einfach die gesamte Schenkung rückgängig.

 

Steuerpflichtige Unternehmer sollten mit dieser neuen Möglichkeit entschlossen das Thema Unternehmensnachfolge angehen und so Planungs- und Zukunftssicherheit für das Unternehmen schaffen.

 


Private Immobilie: Übernahme von Grundschulden

Keine Anschaffungskosten

 

Immer wieder verkaufen Steuerpflichtige ihre privaten Immobilien vor Ablauf der 10-Jahres-Frist (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 Einkommensteuergesetz). Vom Verkaufspreis (Einnahmen) können dann die Anschaffungskosten (Ausgaben) abgezogen werden.

 

In einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs hatte die Klägerin eine Immobilie von ihrer Mutter geschenkt bekommen. Dabei waren die Grundschulden, die im Grundbuch damals eingetragen waren, nicht verändert worden. Die Darlehensverträge zu den Grundschulden waren aber weiterhin von der Mutter bedient worden (Zinsen und Tilgung).

 

Als die Immobilie nun verkauft wurde, wurden die Darlehen, die den Grundschulden zugrunde lagen, vom Verkaufspreis getilgt (Restzahlung). Die Tochter wollte diese Restzahlung nun als (weitere) Anschaffungskosten bei der Berechnung des steuerlichen Gewinns abziehen. Der Bundesfinanzhof hat aber entschieden, dass dieser Abzug nicht zulässig ist.

 

 


Internationale Steuergestaltung: Neue Mitteilungspflicht ist "on"

Nächster Zug im Katz-und-Maus-Spiel

 

Kurz vor dem Jahreswechsel ist eine neue Mitteilungspflicht für internationale Steuergestaltungen eingeführt worden. Das Gesetz zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen wurde im Bundesgesetzblatt verkündet. Auslöser ist eine EU-Richtlinie. Die Mitteilungen müssen digital an das Bundeszentralamt für Steuern gehen.

 

Damit muss der Steuerpflichtige bzw. sein Berater die Finanzbehörden bei internationalen Vertragsgestaltungen informieren. Die EU reagiert damit auf ausgeklügelte Steuersparmodelle von der Stange, die Unterschiede im Besteuerungsregime der einzelnen Länder ausnutzen.

 

Gerade für Steuerpflichtige, die auch im Nicht-EU-Ausland aktiv sind, bedeutet das eine erhöhte Aufmerksamkeitspflicht. Diese Pflicht ist zudem unter dem Schutz einer Ordnungswidrigkeit. Wird die Pflicht verletzt, drohen Bußgelder - und sicherlich ein besonders strenger Blick der Steuerfahndung, sollte eine mögliche Steuerhinterziehung zu erkennen sein.

 

 


Erbschaftsteuer: Steuerbefreiung für Familienheim

Lange Renovierung schadet

 

War der Erblasser Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung (= Familienheim) und wohnte er darin selbst bis zu seinem Tod, dann ist der Erwerb (Erbschaft, Vermächtnis) dieses Familienheims unter bestimmten Bedingungen steuerfrei. Voraussetzung dafür ist, dass der Erwerber der andere Ehegatte / Lebenspartner, ein Kind oder - beim Versterben des jeweiligen Kindes - auch ein Enkelkind des Erblassers ist.

 

Weitere Voraussetzung ist, dass das Familienheim beim Erwerber "unverzüglich zur Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken bestimmt" ist. Dabei räumt die Rechtsprechung dem Erwerber eine gewisse Zeit für eine Renovierung etc. ein.

 

Im Fall es Finanzgerichts Münster zog der Erwerber aber erst nach drei Jahren Renovierung ein. Dies war dem Finanzgericht dann doch zu spät, und es verweigerte die Steuerbefreiung nach § 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG.

 


Immobilien / Umstrukturierung - Verschärfung der Grunderwerbsteuer

Share Deals im Fokus

 

Nach dem jüngst vorgelegten Referentenentwurf zur Grunderwerbsteuer, der an eine Initiative des Bundesrates der Bundesländer zurückgeht, werden Umstrukturierungen weiter verschärft.

Neu eingeführt wird ein Tatbestand für den Fall, dass Anteile an Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, Limited u. a.) übertragen werden.

Die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung werden deutlich angehoben. Die Haltefristen verlängern sich von fünf auf zehn Jahre bzw. auf fünfzehn Jahre.

Das bedeutet für den Mittelstand, dass sinnvolle Umstrukturierungen noch präziser und vorausschauender geplant werden müssen.


Immobilien / Umstrukturierung - Grunderwerbsteuer in der Diskussion

Hamburg fordert weitere Verschärfung

 

Die von Seiten der Finanzminister der Bundesländer geplante Verschärfung der Grunderwerbsteuer genügt den Fraktionen von SPD und GRÜNEN in der Hamburger Bürgerschaft nicht. Sie wollen den Hamburger Senat auffordern, "Umgehungen der Grunderwerbsteuer durch Share Deals und damit Grundstücksspekulationen durch effektive und rechtssichere Maßnahmen auszuschließen".

 

Leidtragende einer solchen weiteren Verschärfung dürften erfahrungsgemäß in erster Linie mittelständische Unternehmensgruppen sein, deren Umstrukturierungen weiter erschwert und verteuert werden.

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